Am Mittwoch, den 26. November 2008, um 21 Uhr verstarb in der hiesigen Infirmerie unser lieber Mitbruder
Br. Albert (Otto) Haas O.S.B.
im Alter von 84 Jahren und im 59. Jahr seiner monastischen Profess und im 55. Jahr seiner missionarischen Sendung.
Br. Albert wurde am 20.07.1924 in der Stadt Dachau (Erzdiözese München- Freising) geboren und wurde auf den Namen Otto getauft. Seine Eltern waren der Schlosser Jakob Haas und seine Ehefrau Viktoria geb. Koppold. Er wuchs im Kreise von fünf weiteren Geschwistern auf. Sein ältester Bruder fand als Soldat im 2. Weltkrieg den Tod, während sein jüngster Bruder Josef erst kürzlich verstorben ist.
Nach Besuch der heimatlichen Volksschule kam Otto ins Lehrlingsheim St. Gabriel der Erzabtei St. Ottilien, wo er bei Br. Anaklet das Wagnerhandwerk erlernte und mit gutem Erfolg die Gesellenprüfung ablegte. Er erlebte die Aufhebung der Erzabtei durch die Nationalsozialisten im April 1941 und bewahrte eine lebhafte Erinnerung an dieses dramatische Ereignis. Wie die meisten seiner Altersgenossen musste Otto dann als Soldat der Wehrmacht den 2. Weltkrieg mitmachen. Otto war auf verschiedenen Kriegsschauplätzen eingesetzt wie z.B. in Russland. In Frankreich fiel er im Jahre 1944 in amerikanische Kriegsgefangenschaft und kam dann in ein Gefangenenlager in den Vereinten Staaten. Später wurde er in ein Kriegsgefangen-lager in England verlegt. Von dort aus wurde er nach Kriegsende nach Deutschland entlassen.
In den Kriegsjahren hatte Otto seinen Beruf zum Missionsbenediktiner, der ihn nach St. Ottilien geführt hatte, treu bewahrt. So ging er denn nach der Entlassung aus der Gefangenschaft wieder nach St. Ottilien, begann sein Postulat und dann im Jahre 1948 sein Noviziat, wo er den hl. Albert den Grossen als monastischen Namenspatron erhielt. Am 22.04.1949 konnte Br. Albert seine ersten klösterlichen Gelübde ablegen, denen drei Jahre später die ewige Profess folgte. In der Zwischenzeit war er für den Dienst als Missionar in der Abtei Peramiho bestimmt worden und ging dann für längere Zeit nach England zur Erlernung der Sprache und zur Vervollkommnung seiner handwerklichen Fähigkeiten. Am 23.05.1954 erhielt Br. Albert die feierliche kirchliche Sendung als Missionar und trat die Reise nach Ostafrika an. Am 18.06.1954 traf er mit vier weiteren Neumissionaren in Peramiho ein.
Für die nächsten 54 Jahre war die Abtei Peramiho selbst der Wirkungsort von Br. Albert. Wie der neulich verstorbene Br. Edgar Hein war auch Br. Albert ununterbrochen in der Handwerkerschule von Peramiho tätig und zwar als verantwortlicher Leiter der Schulschreinerei. In diesen langen Jahren hat er sehr vielen Lehrlingen ein solides fachliches Wissen vermittelt. Aus seiner Werkstatt stammen unzählige Möbelstücke in der Abtei und auf vielen Missionspfarreien. Mit zunehmendem Alter kamen dann auch gesundheitliche Probleme. Es war ihm sicherlich ein Trost, dass er die Verantwortung für seinen Betrieb an einen eigenen Mitbruder, Br. Augustin Mbilinyi, abtreten konnte. Aber Br. Albert ging weiterhin tagtäglich in die Werkstatt, um seinem Nachfolger zu helfen, obgleich ihm das immer schwerer wurde.
Ende Oktober musste er schließlich in die Infirmerie übersiedeln. Die Körperkräfte waren einfach verbraucht, zumal ihm das Rückgrat unsägliche Schmerzen verursachte. Es war für Br. Albert nicht leicht anzunehmen, dass die ärtzliche Kunst am Ende war. So erlöste ihn der Tod von seinem schweren Leiden.
Br. Albert war ein guter und bedächtiger Arbeiter, der sich ganz in den Dienst der Abtei und ihrer Mission stellte. Er war ebenso ein treuer Ordensmann, der seinen monastischen Beruf sehr ernst nahm. Der Herr des Lebens schenke ihm nun den ewigen Lohn in seinem Reich!
Wir empfehlen unseren verstorbenen Br. Albert dem Gebet. Am 28.11.2008 feiern wir um 9 Uhr das Requiem für unseren heimgegangen Mitbruder und tragen dann seinen Leib in unserem Friedhof zu Grabe.
Peramiho, den 27.11.2008
Abt Anastasius und Konvent von Peramiho